Ladies Art Lunch, Kunsthalle München, Dr. Sonja Lechner, Geschäftsführerin Kunstkonnex, Dr. Roger Diederen, Direktor Kunsthalle München
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Ich bin Alters-Queer!

Was die US-TV-Serie YOUNGER mit dem Ladies Art Lunch von Sonja Lechner und meiner aktuellen Situation zu tun hat:

Seit 2015 bittet die Kunsthistorikerin und Geschäftsführerin von Kunstkonnex Artconsulting Sonja Lechner zwei Mal pro Jahr inspirierende Frauen in Führungspositionen zum Ladies Art Lunch in ein Museum. Begonnen hat sie mit 40 Damen – mittlerweile kommen 120-150, je nachdem, was die gastgebende Örtlichkeit an Platz erlaubt. Dieses Mal war Roger Diederen, Direktor der Kunsthalle München, Co-Gastgeber.

Unter den Gästen waren Unternehmerinnen wie Babette Albrecht (Aldi Nord und Trader Joes), Marina Meggle (Meggle), Corry Müller-Vivil (Vivil), Kristina Tröger (Präsidentin des Clubs der Europäischen Unternehmerinnen), Margit Dittrich (Messe München), Entscheiderinnen im Kunst- und Kultursektor wie Alexandra Gräfin von Arnim (Kunstareal München), Nicola Gräfin von Keglevich (Sotheby’s) oder Petra Mayer (Mayersche Hofkunst), starke Frauen aus dem Reich der Mode wie Sonja Kiefer (Modeschöpferin), den Medien Waltraut von Mengden (Präsidentin VZB) oder Sport wie Marie-Jeanette Ferch (Polo-Spielerin und Springreiterin).

Fällt Ihnen beim Lesen der Namen etwas auf? Dahinter steht nicht, wie es bei den meisten Textmedien üblich ist, das Alter. Das ist keiner Recherche-Faulheit oder Benimm-Etikette geschuldet, sondern ganz bewußt so. Denn das Alter war diesmal Thema der herausragenden Rede von Gastgeberin Sonja Lechner. Und weil sie so gut ist, habe ich ihr HIER einen eigenen Blogeintrag gewidmet.

Die Kernfrage: Warum spielt das Alter bei der Beurteilung eines Menschen eine so große Rolle? Nirgendwo spürt man das Alter so, wie auf dem Bewerbungsmarkt für einen neuen Partner oder einen neuen Job. Gerade bei Letzterem sammle ich aktuell negative Erfahrungen. Nachgefragt bei einem befreundetet Manager „was habt ihr beruflich gesehen eigentlich gegen Frauen die älter als 40 sind?“, darauf er: „ihr seid schwer zu führen, ihr habt euren eigenen Kopf“. Peng!

In der US-Comedyserie YOUNGER (Sixx oder Joyn), von SEX AND THE CITY Schöpfer Darren Star, geht es um eine frisch geschiedene Mitt­vier­zi­ge­rin, die nach längerem Hausfrauendasein wieder Geld verdienen muss. Hauptgrund für die zahlreichen Bewerbungsabsagen ist ihr Alter. Der Zufall spielt ihr in die Hände und sie bekommt den geliebten Job im Verlag, weil man glaubt sie sei eine Mittzwanzigerin. Fortan führt sie ein Doppelleben.

Immerzu besteht die Gefahr, dass ihr Schwindel auffliegt. Wieder mal konfrontiert mit der Frage wie alt sie denn nun sei, antwortet sie „Ich bin Alters-Queer!“ Der LGBTQIA+Bewegung sei Dank, kannst Du heute alles sein, bloß bitte immer noch nicht Alt. Altersdiskriminierung ist die einzige Form der Diskriminierung, bei der man – gesellschaftlich, moralisch und juristisch – ungestraft davon kommt. Man tausche nur mal in dem Satz, „das Softwareprogramm ist so einfach, das versteht sogar meine Oma“, das Wort Oma aus mit „Frau“, „einer mit Quali“ oder „ein Österreicher“. 3-2-1-Shitstorm!

Zurück zu Sonja Lechners Einladung: Bevor die Damen die Führung durch die AusstellungIn einem neuen Licht – Kanada und der Impressionismus“ (noch bis 17. November 2019) wahrnahmen, genossen sie das Drei-Gang-Menü im Museums-Restaurant, das aktuell vom Backspielhaus betrieben wird: Die Kürbisschaumsuppe, der lauwarme Wildlachs auf Quinoa mit Schmorgemüse, Wildkräutersalat, Wildreis-Pops und Champagnerschaum und das Schokoladenmousse als Dessert hatten Feinschmecker-Niveau!

Bestückt mit Goodiebags, die neben der aktuellen Ausgabe des Medienpartners MADAME auch Kosmetik von Valmont und Sisley, einen Schal von Strenesse, einen Champagner von Perrier-Jouët und Christbaumschmuck von Georg Jensen enthielt, kehrten die Gäste in ihre Büros zurück.

Text: Gesine Jordan // Fotos: www.Stefan-Heigl.de (9) + Gesine Jordan (1)

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